Ganggenauigkeit und Gangreserve bei mechanischen Uhren

Ganggenauigkeit mechanischer Uhren

Eine mechanische Uhr kann, was die Ganggenauigkeit anbelangt, nicht mit einer Quarzuhr verglichen werden. Quarzwerke haben eine höhere Ganggenauigkeit. Mechanische Uhren dürfen eione Gangabweichung von +/- 30 Sekunden pro Tag haben. 

Gangabweichungen hängen zum großen Teil von Faktoren ab, auf die der Uhrmacher nur geringen Einfluß nehmen kann: Zum Beispiel:

  • starke Temperaturschwankungen
  • Höhenunterschiede / pro 500, Höhenunterschied ca. 5 Sek./pro Tag
  • die Lagendifferenz, z.B. Übergang von einer waagerechten in eine senkrechte Position
  • starke magnetische Felder können ebenfalls negative Auswirkungen haben
  • Tragegewohnheiten sowie Erschütterungen der Uhr oder unregelmäßiges Aufziehen bzw. Verschmutzung

Diese genannten Einflüsse haben auch heute noch, trotz bester Technik und Material, bedeutende Auswirkungen auf den Gang.

Kontrolliert man eine mechanische Uhr auf Ganggenauigkeit, sollte man die Uhr beim Tragen über einen längeren Zeitraum beobachten. Der Hersteller der Uhrwerke nimmt die Regulierung in verschiedenen Lagen und bei einer bestimmten Durchschnittstemperatur vor. Somit kann es bei ein und derselben Uhr, aber verschiedenen Trägern vorkommen, dass die Uhr unterschiedliche Gangergebnisse aufweist. Gangabweichungen, die in einem kurzen Zeitraum festgestellt werden summieren sich meistens nicht. Im Gegenteil, sie heben sich bis zu einem bestimmten Prozentsatz sogar auf, wenn man die Uhr über einen längeren Zeitraum beobachtet. Sollte sich die Gangabweichung nicht aufheben, kann jederzeit bei einem autorisierten Fachhändler eine Nachregulierung vorgenommen werden.

Gangreserve bei mechanischen Uhren

Die Gangreserve einer mechanischen Uhr ist bei voll aufgezogener Feder zwischen 30 und 40 Stunden. Eine Handaufzugsuhr muß einmal am Tag, am besten immer zur selben Zeit, voll aufgezogen werden. Das gleiche gilt für Automatikuhren bei Neukauf oder wenn die Uhr länger nicht getragen wurde. Der Rotor des Uhrwerkes ist für das Aufziehen der Feder zuständig. Bei voll abgelaufener Feder benötigt der Rotor eionige Umdrehungen, um der Uhr einen Speicher zu gewähren. Die Gangreserve ist ganz wesentlich von der BEwegungsintensität des Trägers der Uhr abhängig. Die Erfahrung zeigt, dass vor allem durch Bewegungsmangel (z.B. bei Schreibtischtätigkeit) der Rotor die Feder nicht ausreichend aufziehen kann.

Wir empfehlen bei Erstbenutzung und Bewegungsmangel die Uhr über die Krone (Hin- und Herdrehen) etwas aufzuziehen. Ansonsten kann es zu einer Gangabweichung kommen. Im schlimmsten Fall kann die Uhr sogar stehen bleiben.